Geschichte


Der Ort wurde 1218 erstmalig urkundlich erwähnt. Die Endung „–ingen“ deutet jedoch schon auf eine frühere Besiedlung hin, sie ist typisch für alemannische Siedlungen vom 4. – 7. Jahrhundert. Steinhügelgräber sowie eine südöstlich gelegene Fliehburg weisen sogar auf eine  keltische Vergangenheit hin.

 

In den Jahren um 600 n. Chr. wanderten alemannische Bauern in das schwach besiedelte Land ein. Sie nahmen zwischen der schwachen keltischen Urbevölkerung Besitz. Wahrscheinlich durch das Los fiel der Sippe eines Risolf die heutige Gemarkung zu. Die zugezogenen Landnehmer legten ihre Siedlungen an Quellen inmitten fruchtbaren Ackerlandes an.

 

Die Gemarkung Reiselfingen wurde von einem uralten Fernhandelsweg berührt, der von der Ostsee bis zum Mittelmeer führte. Vom Neckarraum kommend, querte er die Wutach und führt über den Hochrhein zur Rhone.

 

Nicht weit vom Dorf befand sich eine Furt durch die Wutach, die Dietfurt (Dietfurt = Volksfurt - abgabenfrei).

Der sehr beschwerliche Weg nach Reiselfingen hinauf verlangte den Ochsen- und Pferdegespannen alles ab. So war man gezwungen, in Reiselfingen Station zu machen. Eine tüchtige Tränke tat nicht nur den Tieren, sondern auch den Fuhrleuten gut.

 

Bald gab es in Reiselfingen 3 Wirtschaften, den "Hirschen", die "Sonne" und die "Krone". Auf diese Weise kam immer sehr viel Geld (= "Gori") in den Ort, so dass Reiselfingen zu einem reichen Dorf wurde. Dies sprach sich auch bei den Knechten und Mägden herum, "dort wird man mit Gori entlohnt", was damals nicht üblich war. Mägde und Knechte arbeiteten früher eigentlich nur gegen Kost und Logis.